fotogen + plakativ

Klaus Staeck und Manfred Butzmann, Momentaufnahmen einer Künstlerfreundschaft  Ausstellung der Gemeinsamen Landesplanung Berlin-Brandenburg in Zusammenarbeit mit der Akademie der Künste im historischen Waisenhaus Potsdam vom 16. März bis 27. Mai 2011

Zur Eröffnung sprach Matthias Platzeck, Ministerpräsident des Landes Brandenburg und Schirmherr des Kulturland Brandenburg e.V.

Die Ausstellung umfasst Werke des Ostdeutschen Butzmann und des seit 1956 Westdeutschen Staeck, die eine dreißigjährige Künstlerfreundschaft verbindet. Platzeck erinnerte daran, dass beide Künstler mit ihren zeitkritischen Werken für die Politik unbequem waren und sind: „Für den Einen – Manfred Butzmann – führte diese Kompromisslosigkeit mehrfach zu Druckverboten seiner Werke in DDR. Der Andere – Klaus Staeck – bekam im Westen zuweilen mehr Druck, als ihm selbst lieb sein konnte. Abgeordnete entfernten seine Plakate von den Wänden und mussten doch einsehen: Dem kollektiven Gedächtnis waren viele seiner aufrüttelnden Kollagen nicht zu entreißen… Das gilt bis heute!“ Beide Künstler haben es nach Überzeugung Platzecks hervorragend verstanden, „zeitkritisch zu sein und zugleich die großen zeitlosen Ziele der Menschheit einzufordern: Meinungsfreiheit, Gerechtigkeit, Respekt für Menschen aller Herkunft und für ´Heimat´ in allen Facetten, Respekt auch für den Planeten, auf dem wir alle nur zu Gast sind. Beide Männer haben sich immer dagegen verwehrt, von der Politik oder einzelnen Parteien vereinnahmt zu werden, ob in der Demokratie oder in der Diktatur. Aber politischer und im besten Sinne ´basisdemokratischer´ hätte ihre Kunst kaum sein können“, so Platzeck.

Im Großen Potsdamschen Waisenhaus werden auf vier Etagen im denkmalgeschützten Haupttreppenhaus mehr als 100 großformatige Farbfotos, Plakate und originale Steinabreibungen ausgestellt. 

Die beiden unermüdlichen und renommierten Zeitkritiker verbindet eine langjährige deutsch- deutsche Künstlerfreundschaft. So stammte 1981 das schon legendäre Plakat für die Ausstellungen von Staeck in Dresden und in Ostberlin aus der Hand von Butzmann.
Es zeigte ein Motiv von Staeck, eine leere Sardinenbüchse als Kopf, und verkündete lapidar und hintersinnig „ Die Gedanken sind frei – vom 12. Dezember bis zum 19. Dezember.“ Klaus Staeck ist seit 2006 Präsident der Akademie der Künste in Berlin. Manfred Butzmann lebt in Potsdam-Bornim. 

(aus der Pressemitteilung von Jörg Räder, Büro der Gemeinsamen Landesplanung Berlin-Brandenburg)

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