Zum Beuys-Jahr 2021

Zum Beginn des Beuys-Jahres 2021. Gespräch mit Klaus Staeck im Deutschlandfunk, „Kultur heute“, am 2.1.2021

„Wie aktuell ist der Schamane noch?“ Michael Köhler im Gespräch mit Klaus Staeck über Joseph Beuys, der am 12. Mai 1921 geboren wurde.
Beuys in Amerika (1974), Screenshot

Klaus Staeck interviewt Joseph Beuys am 19. Januar 1974 auf dem New Yorker Kennedy-Airport nach der ersten USA-Reise mit Stationen in New York, Chicago und Minneapolis mit zahlreichen Lectures in Universitäten, Museen und Galerien.

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Erinnerung an Beuys. Gespräch mit Klaus Staeck in SWR 2 am 12.01.2021

2021 ist Beuys-Jahr: Am 23. Januar jährt sich der Todestag von Joseph Beuys zum 35. Mal, am 12. Mai ist sein 100. Geburtstag. Viele Museen widmen dem Erfinder der „sozialen Plastik“ in diesem Jahr Sonderausstellungen.

SWR2-Gespräch mit Klaus Staeck: „Wie kann man den Geist des Schamanen zum Leben erwecken?“
Wie aktuell ist Joseph Beuys noch? Klaus Staeck zum Beginn des Beuys-Jahres 2021

Beuys verstand Kunst als Lebenselixir

Sein langjähriger Weggefährte Klaus Staeck sieht in Beuys einen „Universalkünstler“. Er sei auf die Leute zugegangen und habe sich stets seinem Publikum gestellt. Joseph Beuys, so Klaus Staeck im Gespräch mit SWR2, habe Kunst nie als elitären Begriff zelebriert. Seine Aktionen seien vielmehr immer auf das Publikum gerichtet gewesen. Beuys verstand Staeck zufolge „Kunst nicht nur als Wandschmuck, sondern als Lebenselixier, als eine Möglichkeit, eigene Kreativität einzubringen, ohne dass man gleich zum Künstler werden muss!“
Staeck weist auch auf die ökologischen Aktionen von Beuys hin. Beispielsweise hatte der Künstler anlässlich der documenta 7 in den 1980er-Jahren in Kassel 7000 Eichen pflanzen lassen. „Das ist eine klassische Beuys-Aktion, die alles andere als elitär ist“, so Staeck. Beuys war auch Mitbegründer der Grünen, wandte sich allerdings später enttäuscht von der Partei ab.
(Text: SWR 2, Bildquelle SWR 2/imago images / Sven Simon)
Link zum SWR: Erinnerung an Beuys. Gespräch mit Klaus Staeck

Für Gerhard Steidl

Mit Gerhard Steidl 1983 in Bonn. Foto Franz Fischer
Mit Gerhard Steidl 1983 in Bonn. Foto: Franz Fischer

Gerhard Steidl ist auch deshalb so erfolgreich, weil er ein unermüdlicher Arbeiter im Weinberg des Herrn ist, der den 8-Stunden Tag nie für sich reklamiert hat. Er hat stets betont, dass er in der Arbeit mit seinen Autoren und Künstlern eine dienende Rolle sieht. Als risikobereiter Verleger und genialer Drucker ist er mit seinem „Imperium“ ein Glücksfall für die Kunst und ihre Vermittlung. An der überaus breiten Öffentlichkeit für meine Plakate und Aktionen hat er einen wesentlichen Anteil. Ohne sein organisatorisches Geschick hätten wir mit unserer „Aktion für mehr Demokratie“ im Dienste der politischen Aufklärung über all die Jahre nicht die  größten Hallen der Republik auf eigenes Risiko mieten und bespielen können. Ich wünsche ihm – und damit auch uns – noch viele Jahre voller Energie und  schöpferische Kraft in schwierigen Zeiten. Unser gemeinsamer Arbeitsfreund Joseph Beuys hätte gesagt: „70 ist doch noch kein Alter.“

Klaus Staeck, Heidelberg, 22. November 2020

Quelle: dpa-Gespräch

Lockdown der Kultur

INTERVIEW ZU NEUEN CORONA-BESCHRÄNKUNGEN

Deutsche Welle, 29.10.2020
Autor Stefan Dege

„Viele Künstler werden nicht überleben“
Die Schließung trifft Kinos, Theater und Museen hart. Klaus Staeck, Plakatkünstler und früherer Präsident der Akademie der Künste, warnt vor den Folgen.

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Menschenrecht Meinungsfreiheit

Kolumne vom 28.10.2020

Es war schon ein Akt der Verzweiflung, als rund 50 deutsche PEN-Mitglieder vor einigen Wochen an den Bundespräsidenten und die Bundesregierung appellierten, sich unverzüglich für das Überleben und die Freilassung des Menschenrechtlers und Bloggers Raif Badawi einzusetzen. Nach sieben Jahren Haft im saudischen Briman-Gefängnis von Dschidda, nach mehreren Folterungen, Hungerstreiks und einem desolaten Gesundheitszustand sollte nun jeder politische Kontakt mit saudiarabischen Politikern davon begleitet sein, Badawis sofortiges Haftende und die Ausreise zu seiner im kanadischen Exil lebenden Familie zu fordern.

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