Nichts ist erledigt! – Plakate von Klaus Staeck in der Sendehalle Weimar

Die SENDEHALLE Weimar steht für 90 Jahre deutsche Geschichte: 1937 als nationalsozialistische „Nietzsche-Gedächtnishalle“ unter Hitler erbaut – jedoch nie eingeweiht –, später über fünf Jahrzehnte zentrale Rundfunkanstalt der DDR und nach 1989 bis zur Jahrtausendwende Landesfunkhaus des MDR. Danach drohte der Ort zu verfallen. Doch jetzt wird Geschichte neu geschrieben. Mit der 2023 gegründeten Stiftung Sendehalle Weimar entwickeln wir die SENDEHALLE zu einem bundesweit einmaligen Campus der Zukunft für Geschichte, demokratische Bildung und Kreativität im Herzen Europas. Zugleich starten wir mit der Generalsanierung ein europaweit wegweisendes Pilotprojekt für eine hoch autarke energetische Versorgung eines historischen Einzeldenkmals. (Text aus www.sendehalle.de)

Wandelgang der Sendehalle Weimar, Foto www.sendehalle.de

Der Wandelgang zur NS-Gedächtsnishalle neben dem Weimarer Nietzsche-Archiv wurde von Paul Schulze-Naumburg entworfen und nach jüngsten Forschungsergebnissen von Albert Speer vollendet.

Im November 2026 werden die 30 Meter langen Wände das Plakatwerk von Klaus Staeck präsentieren.

Klaus Staeck in seinem Heidelberger Atelier und Büro, Foto zkm Karlsruhe

„Nichts ist erledigt!“ – Plakate von Klaus Staeck

In mehr als 3.000 Ausstellungen waren Plakate und Postkarten von Klaus Staeck bisher weltweit zu sehen – nur nicht in Weimar. Dabei hätte das Leben des Grafikers und Juristen hier in dieser Stadt auch einen ganz anderen Weg einschlagen können. Der Bitterfelder Abiturient bewarb sich im Sommer vor 70 Jahren an der Hochschule für Architektur und Bauwesen für ein Studium – doch chancenlos wegen einer negativen politischen Beurteilung seiner FDJ-Leitung wurde er abgewiesen. So verschlug es ihn über die noch überwindbare Grenze bis nach Heidelberg, wo er bis heute in einem Atelier arbeitet, das eher an eine Höhle erinnert. Das ist seit den siebziger Jahren sein Ort der künstlerisch-politisch-satirischen Kreativität. 

Einige seiner Plakatentwürfe haben einen legendären Ruf („Deutsche Arbeiter, die SPD will Euch Eure Villen im Tessin wegnehmen!“). Manche hätten ihn fast um seine wirtschaftliche Existenz gebracht, wenn es nicht Richter gegeben hätte, die ihn und die Freiheit der Kunst gegen große deutsche Rüstungsfirmen verteidigen halfen. Zuletzt legte er sich in Wort (Kolumnen für die Frankfurter Rundschau) und Bild sogar mit den neuen apokalyptischen Reitern Google, Amazon, Facebook und ihren Tech-Milliardären an. Immer wieder und weit vor der allgemeinen Erweckung des ökologischen Bewußtseins widmete sich Klaus Staeck dem menschengemachten Klimawandel und der Umweltzerstörung. 
Weil ihm die Themen nicht ausgehen, wählte Klaus Staeck den Leitspruch „Nichts ist erledigt!“ Diesen stellt er auch der Auswahl voran, die ab Mitte November in der Weimarer Sendehalle zu sehen sein wird. Alle in der Ausstellung gezeigten Plakate kommen der Stiftung zugute und können erworben werden.

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