KLAUS STAECK IN HAMBURG

Politische Plakate – Fünf Jahrzehnte Kunst und Politik

Seit dem 26. Februar 2026 sind ikonische politische Plakate von Klaus Staeck im öffentlichen Raum Hamburgs zu sehen. Der Hamburger Plakatwettbewerb Anfachen Award widmet seinem Schirmherrn eine Retrospektive unter freiem Himmel.

Anlässlich von Staecks 88. Geburtstag werden 77 Plakatmotive an drei zentralen Orten präsentiert: an der Kennedybrücke, hinter dem Hauptbahnhof und vor dem Rathaus. Themen wie Wohnungsnot, soziale Ungleichheit oder Umweltzerstörung ziehen sich durch das Werk des Künstlers – viele Motive entstanden vor Jahrzehnten und sind bis heute erschreckend aktuell.

Die Ausstellung zeigt politische Plakatkunst als direkten Eingriff in den öffentlichen Raum – streitbar, klar und demokratisch.

Zur Vernissage an der Kennedybrücke sprach Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien
Ausstellungsdauer: 26.02. – 08.03.2026

Erste Stimmen zur Ausstellung

Heino Wiese

„Deutsche Arbeiter. Die SPD will Euch Eure Villen im Tessin wegnehmen.“ Das geniale Plakat von 1972 sollte immer noch Brisanz undGültigkeit haben. Jedes Mal wenn mir Multimillionäre und Milliardäre ihr Leid geklagt haben, musste ich daran denken. Und unlängst in der Debatte um die Erbschaftssteuer hätte man es wieder an jede Plakatwand kleben sollen. Das würde sich die heutige SPD wohl nicht mehr trauen. Übermorgen wird Klaus Staeck 88 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch lieber Klaus! Du warst ein Meilenstein in meinem politischen Denken!

Sabine Gillessen

Auf meinem Schreibtisch stehen wechselnd auch immer mal wieder zwei von den Plakaten als Postkarte, von Klaus signiert. Hab mehrfach mit ihm diskutiert, dass er doch bitte online damit was macht. Leider ist er trotz meines wirklich engagierten Einsatzes kein Fan von Kommunikation online geworden. Happy Birthday, Klaus

Vorsicht Kunst! Das politische Plakat von Klaus Staeck

Ausstellung in der Staatsgalerie Stuttgart, 19.7. – 29.9.2024

Abbildung: Klaus Staeck, Schöne Aussichten, 1987, Offsetdruck, Staatsgalerie Stuttgart, Graphische Sammlung, erworben 1987 Land Baden-Württemberg, © VG Bild-Kunst, Bonn 2024.

„Fast 40 Jahre nach der Ausstellung »Das exotische Plakat« im Jahr 1987 zeigen wir mit den politischen Plakaten von Klaus Staeck nun wieder einen Ausschnitt unserer umfangreichen Plakatsammlung. 

Der Graphiker, Rechtsanwalt und Aktivist Klaus Staeck setzt sich in seinen Collagen seit den 1970er-Jahren mit Themen wie Umwelt, Konsum, Krieg, Migration, Ausbeutung, Identität und sozialem Ungleichgewicht auseinander. Die provozierenden Text-Bild-Kombinationen seiner Plakate appellieren mittels Ironie und Überspitzung an das kritische Bewusstsein des Publikums, um auf Missstände in unserer westlichen Gesellschaft aufmerksam zu machen.

Die Ausstellung »Vorsicht Kunst!« zeigt im Graphik- Kabinett eine Auswahl davon aus den 1970er- bis 1990er- Jahren und prüft diese vor dem Hintergrund heutiger gesellschaftlicher Diskurse auf ihre Aktualität. Ein Schwerpunkt der Ausstellung liegt erstmals auf den Plakaten, in denen Staeck Klassiker der Kunstgeschichte von Dürer bis Manet neu interpretiert und die Kunst durch die Übertragung auf das Massenmedium Offsetdruck in ihrer Funktion, Wirkung und gesellschaftlicher Rolle neu bewertet. Seit Ende der 1960er-Jahre setzt sich Klaus Staeck unter dem Credo »Die Kunst findet nicht im Saale statt.«, zusammen mit anderen Künstlerinnen und Künstlern, darunter Joseph Beuys, in verschiedenen Aktionen für die Freiheit und eine Demokratisierung von Kunst ein.“ (Ankündigungstext der Staatsgalerie Stuttgart)

Staatsgalerie Stuttgart
Konrad-Adenauer-Str. 30 – 32
70173 Stuttgart

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SWR Kultur zur Plakatausstellung in der Stuttgarter Staatsgalerie  im Grafik-Kabinett. Link zum Beitrag des SWR