Bewegungsmelder

Kolumne 8. November 2011

Ein großes deutsches Nachrichtenmagazin hat ein neues Haus bezogen. Das alte war offenbar zu klein oder seine Architektur hat dem Zeitgeist nicht mehr entsprochen. Wie dem auch sei. Was mich daran interessiert, ist das ökologische Bewusstsein, das der Bauherr den Architekten diktiert hat.

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Für Jafer Panahi und andere

Kolumne 26. Oktober 2011

Die iranischen Machthaber sind eine Provokation für die zivilisierte Welt. Mit der Existenz des Mullahregimes kann sich nicht abfinden, wer von der Respektierung der Menschenrechte als international gültiger Konvention ausgeht. Aber wie begegnet man einem Staat, der seine Künstler einsperrt, Frauen auspeitschen lässt, Andersgläubige und jene, die den islamischen Glauben verlassen haben, mit dem Tode bedroht, dessen Regierungschef den Holocaust selbst vor der UNO-Vollversammlung leugnet?

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Revolutionäres Raunen

Kolumne Oktober 2011

„Markt pur ist Wirtschaft pervers. Markt pur ist der pure Wahnsinn“. Wer das sagte, ist kein durchgeknallter Linker aus dem Kreise der üblichen Verdächtigen, sondern der leibhaftige Vorsitzende der CSU. Dieser Tage gesprochen auf dem Nürnberger Parteitag, als Kernsätze landesweit verbreitet über die Fernsehkanäle.

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Netzpiraten

Kolumne 13. September 2011

Keine Strafandrohung, keine Kopiersperre, kein digitales Wasserzeichen hilft – es wird piratenhaft geklaut, was das Zeug hält. Die deutschen Musikproduzenten haben in den letzten zehn Jahren die Hälfte ihres Umsatzes eingebüßt. Kinos klagen über Millionenschäden, weil Einnahmen ausbleiben. Viele potentielle Besucher haben längst den illegalen Download und den Beamerabend im kleinen Kreis dem Gemeinschaftserlebnis vor der Kinoleinwand vorgezogen. Laut einer repräsentativen Handelskammer-Erhebung entstand bereits im Jahre 2008 allein in Deutschland durch die illegale Nutzung von Filmen, Software und Musik 1,2 Milliarden Euro Schaden. Raubkopien vernichten Arbeitsplätze, gefährden Erlösmodelle der Produzenten, bringen kleine Firmen um und machen es den großen schwer, neue Aufträge zu vergeben, künstlerisches Risiko zu wagen.

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Brandstifter als Wahlhelfer

Kolumne 25. August 2011

In Berlin brennen Autos. Fast Nacht für Nacht. Keiner darf sich daran gewöhnen, auch wenn die Flammen noch so schön bis in die Tagesschau lodern.

 
Es ist nicht nur politischer Terror, der da die Lunte an unsere Gesellschaft legt. Seit Kleinwagen und das Lieferauto des Gemüsehändlers zerstört werden, ist zu vermuten, dass die Zahl der Trittbrettzündler steigt und gelegentlich auch ein Entsorgungsproblem auf versicherungstechnisch kriminelle Weise geregelt wird.

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Bronzezeit 

Kolumne 4. August 2011 ?

Wer einstmals die Sowjetunion mit dem Auto bereiste, der musste selbst auf belebten Straßen aufmerksam auf Slalomstangen achten. Sie steckten metertief in Abwasserschächten um anzuzeigen: hier wurde ein Gullydeckel gestohlen. Diese preiswerte Variante der Unfallprävention könnte bald auch für klamme Kommunen in Deutschland in Frage kommen. Denn der Metalldiebstahl nimmt rasant zu. Nichts ist mehr sicher, kein Gullydeckel, kein Kupferrohr im Schrebergarten keine Bronzeskulptur im Park. Vor einigen Wochen traf es das Bronzerelief des „Sehers“ von Friesoythe im  Münsterland.

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Vom Verschwinden der Bronzen

Kolumne 1. August 2011

Als wir vor einigen Tagen dank der Spendenbereitschaft vieler Bürger einen Neuguss der Bronze-Büste Alfred Döblins wieder aufstellen konnten, da waren wir erst einmal froh. Denn dies war ein Akt gegen Resignation und Fatalismus, der mich oft beschleicht, wenn ich die letzten Meldungen über Metalldiebstähle lese. Immerhin ist es uns diesmal gelungen, dem grassierenden Vandalismus eins auszuwischen.

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Der Frieden gefährdet Arbeitsplätze

Kolumne 22. Juli 2011

Der Zeitpunkt für den Export deutscher Leopard-Panzer nach Saudi-Arabien fällt auf ein privat-politisches Jubiläum. Vor genau dreißig Jahren berichtete der Spiegel über eine Hausdurchsuchung bei der Firma Rheinmetall in Düsseldorf. Es bestand der dringende Tatverdacht, dass der Rüstungskonzern mit illegalen Lieferungen gegen das Kriegswaffen-Kontrollgesetz verstoßen hatte. Ich nutzte das den Artikel illustrierende Foto mit fünf Rheinmetallmanagern, von denen jeder strahlend eine großkalibrige Patrone für die Feldhaubitze FH 70 im Arm hält. Meinen Kommentarsatz hatte ich einem populären Werbeplakat der Bundesbahn entlehnt und brauchte ihn nur leicht zu verändern, um eine meiner folgenreichsten juristischen Konflikte auszulösen:  „Alle reden vom Frieden. Wir nicht.“

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