Erinnerung an Uwe-Karsten Heye

Uwe-Karsten Heye (links im Bild, rechts Dieter Hildebrandt) war, nicht wie es hier den Anschein erwecken könnte, „der Mann im Hintergrund“. Er war ein offensiver Kämpfer für die Verteidigung unserer Demokratie und vor allem ein hartnäckiger Mahner, dass aus rechtsextremem Denken Gewalt und Menschenverachtung hervorgehen. Deshalb gründete er vor einem Vierteljahrhundert den Verein „Gesicht zeigen. Für ein weltoffenes Deutschland“. 

Gerade erfuhr ich, dass er, dieser aufrechte, verläßliche Freund und politische Weggefährte, am 30. Juli verstorben ist.

Immer, wenn es die politische Lage erforderte, eines unserer mehr als 60 Akademie-Gespräche mit der Frage „Was tun gegen Rechts?“ dem Aufruf „Demokratie verteidigen!“ zu widmen, konnte ich auf Uwe-Karsten Heyes Zusage und sein stetes Engagement rechnen. 

Überall wo er wirkte, als Redakteur der Süddeutschen Zeitung, als Regierungssprecher in Niedersachen, dann als Leiter des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung, als Chefredakteur des „VORWÄRTS“ hat er Anerkennung gefunden, weil er sich stets für eine Politik „für die Menschen“ einsetzte. Als er 2006 den offenen Rassismus in einigen Regionen Ostdeutschlands anprangerte und – aus diesem Anlass auch in der Akademie Menschen anderer Hautfarbe vor dem Betreten von „No Go Areas“ warnte, ließ er sich durch die Empörung, die ihm entgegenschlug nicht beirren. Er hatte die Erfahrung mit der NPD in bester Erinnerung und ahnte bereits, was dem Osten mit den tatkräftigen, oft aus dem Westen zugereisten rechtsextremen Funktionären in Zukunft noch blühen könnte. Er war und blieb ein Ermunterer, dass sich die Gesellschaft der rechten Unterwanderung durch Aufklärung, durch aktive Jugendarbeit widersetzen kann. Seine stete Mahnung, nach Rechts eine klare Grenze zu ziehen, wird für alle aufrechten Demokraten der Bundesrepublik als Auftrag und Vermächtnis bestehen bleiben. 

Zur Erinnerung an Uwe-Karsten Heye und auch an Dieter Hildbrandt ein Ausschnitt aus dem 34. Akademie-Gespräch vom 26. Mai 2010: „Brennpunkt Zossen“ – wenige Tage zuvor war von Rechtsradikalen in Zossen, südlich von Berlin, das „Haus der Demokratie“ in Brand gesetzt und zerstört worden.

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