Kolumne 5. September 2013
Da schreibt ein kluger Regisseur: „Als Künstler sollte man sich aus parteipolitischen Empfehlungen raushalten.“ Und eine von mir geschätzte Autorin fragt: „Warum sollten sie (die Künstler) sich freiwillig, ohne Not, an die Seite der Macht oder der Macht von morgen stellen?“ und konstatiert weiter: „Sie opfern ihre Freiheit der Macht“. Dabei sind beide keineswegs unpolitische Traumtänzer. In ihren Arbeiten haben sie oft eindeutig Position bezogen, wenn es um die Verteidigung demokratischer Werte geht. Doch eindeutig Partei zu ergreifen – das ist beiden verdächtig, beschädigt angeblich den Künstler, weil er dann „den Posten des neutralen Beobachters“ aufgebe. Bloß nicht „mit Haut und Haaren für eine ganze Partei eintreten“, warnt die zitierte Schriftstellerin in der Taz. Eine Empfehlung, der ich mich ganz und gar nicht anschließen möchte, zumal sich dahinter eine recht seltsame Vorstellung von Engagement verbirgt.