Kolumne Juli 2012
Gibt es ein vertrauensvolleres Firmenlogo, als das von Nestlé? Das stilisierte Vogelnest mit der gefiederten Mutter in Fütterpose für die beiden hungrigen Küken signalisiert Geborgenheit und Verantwortung.
Kolumne Juli 2012
Gibt es ein vertrauensvolleres Firmenlogo, als das von Nestlé? Das stilisierte Vogelnest mit der gefiederten Mutter in Fütterpose für die beiden hungrigen Küken signalisiert Geborgenheit und Verantwortung.
Kolumne 19. Juli 2012
In dieser Woche werden wir noch oft den Namen des Massenmörders Breivik und jenes Tatortes nahe Oslo lesen müssen, wo mehr als sechzig junge Leute von ihm erschossen wurden. Die nicht nur für Norwegen ungeheuerliche Tat hat die Welt erschüttert. Genau ein Jahr liegt sie am 22. Juli zurück.
Kolumne 21. Juni 2012
„Daten sind das neue Öl“ behauptet der britische Autor David McCandless unter Verweis auf die Ausbeutbarkeit und den Wert eines Rohstoffes, den die weltweite Netzgemeinde unaufhörlich sprudeln lässt. Die Quellen des Web und der sogenannten „Sozialen Dienste“ liefern alles, was ihre Nutzer bereit sind preiszugeben.
Kolumne 14. Juni 2012
Das Wort Denkmal nehme ich sofort wieder zurück. Sie selbst hätte sicher vehement dagegen protestiert. Denn sie hielt das, was sie machte, für selbstverständlich. Frau K. betrieb eine Einrichtung, die als „Tante-Emma-Laden“ am besten zu beschreiben ist, gelegen in einer kleinen Seitenstrasse, dort, wo die Stadt unspektakulär bürgerlich wirkt. Im Angebot waren Zeitungen, Zigaretten, Kaffee, Milch, Ökowein, Eier, Butter, Würstchen im Glas, Brötchen und Kuchen vom Bäcker. Seit einigen Jahren füllte sich der Laden auch mit eigenwilligen Antiquitäten im unteren Preissegment aus Haushaltsauflösungen.
Kolumne 7. Juni 2012
Was steht uns 10 Jahre nach dem Umweltgipfel von Rio bevor, die Energiekrise oder die Klimakatastrophe? Oder beides, weil die Probleme der Energiekrise in den nächsten Jahrzehnten nur mit selbstmörderischer Ignoranz gegenüber dem drohenden Klimadesaster zu bewältigen sind?
Kolumne Mai 2012
In Zeiten von Facebook, Twitter & Co. entlarvt man sich schnell als medialer Dinosaurier, wenn man noch einmal auf ein Ereignis zu sprechen kommen will, das bereits zwölf Tage zurückliegt. Da wird schnell das Gerede vom Schnee von gestern strapaziert. Obwohl eine gewisse Wahrscheinlichkeit dafür spricht, dass dieser Schnee zur Lawine von morgen mutieren kann. Es geht um die notwendige Nachbearbeitung der Verleihung des bis dato alles in allem honorigen Henri-Nannen-Preises an zwei BILD-Redakteure und die Weigerung von drei Redakteuren der Süddeutschen Zeitung, diesen Preis zusammen mit den Kollegen des Schmuddelblattes entgegenzunehmen. Hier ging es nicht um irgendeine der vielen Ehrungen und Lobpreisungen, sondern um die Anerkennung für investigativen Journalismus.
Kolumne April 2012
Obwohl ich eher zum Typ Papierfresser gehöre, verdaue ich doch nicht alles. So übergehe ich – schon mangels Masse in der eigenen Kasse – meist jene Teile der Zeitungen, die mit Finanzen, Finanzmarkt, oder Geld überschrieben sind. Gelegentlich erscheint die Lektüre jedoch zwingend. Denn um sie zu übersehen, war kürzlich die Balkenüberschrift in einer großen konservativen Tageszeitung zu verführerisch-reißerisch: „Milliardensegen für Hedgefonds-Manager“.
Kolumne April 2012
„Man sollte sich nicht um Dinge kümmern, die einen nichts angehen, sondern um Reifentemperatur und Rennwagen“ und „Soweit es geht, sich nicht von äußeren Umständen beeinflussen lassen“. Dinge, die einen nichts angehen und sich nicht von äußeren Umständen beeinflussen lassen? Mit den Dingen und den Umständen sind die realpolitischen Verhältnisse im Inselstaat Bahrein gemeint. Die Sätze stammen von dem Schweizer Steuerbürger Sebastian Vettel, in die Kamera gesprochen vor und nach dem Formel-1-Rennen.
Kolumne März 2012
Von einem europäischen Gerichtshof für Menschenrechte sollte man erwarten, dass er keinen Unterschied macht zwischen EU-Bürgern und Nicht-Europäern. Denn das Recht des Menschen auf Unversehrtheit und Wahrung seiner Würde ist unteilbar. Dennoch hat kürzlich ein Urteil Aufsehen erregt, mit dem die Straßburger Richter der Klage einer Gruppe von 24 Afrikanern gefolgt sind.
Kolumne 12. März 2012
Was können wir uns noch leisten? Mit dieser Frage wachen Stadtkämmerer, Rundfunkintendanten und Finanzminister in Bund und Ländern jeden morgen auf. Eigenartig, dass die Frage meist mit besonderer Intensität gestellt wird, wenn Kulturausgaben auf der Streichliste stehen. Für den einen geht es um fünftausend Euro, die schon über das Schicksal einer kommunalen Galerie entscheiden können – für einen anderen um fünf Millionen, wenn aus zwei Orchestern eines gemacht werden soll. So geschieht es gerade im Südwesten der Republik, wo exakt zu diesem Preis eine Fusion des Sinfonie-Orchesters des SDR Stuttgart mit dem Rundfunkorchester Freiburg/Baden-Baden erwogen wird.