Papierarchiv Höhle

Screenshot des 3D-Scans des ZKM Karlsruhe vom Büro in der Heidelberger Ingrimstraße

Ausstellung des Kulturamts im Friedrich-Ebert-Haus vom 30. Januar bis 26. April 2026. In Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Gedenkstätte Heidelberg würdigt die Stadt mit einer Ausstellung die Arbeit des Heidelberger Künstlers Klaus Staeck.

Eröffnung am 29. Januar 2026 um 19 Uhr

Text des Kulturamts der Stadt Heidelberg zur Ausstellung:

Klaus Staeck (geb. 1938) gehört seit den 1970er Jahren zu den prägendsten Stimmen politischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland. Mit seinen zugespitzten digitalen Bild-Text-Collagen mischte er sich in gesellschaftliche Debatten ein, prangerte politische und soziale Missstände an und setzte sich unter der Devise „Die Kunst findet nicht im Saale statt” nicht zuletzt mit Joseph Beuys für die Demokratisierung der Kunst ein. 
Die Ausstellung zeigt Staecks Werk in seiner doppelten Gestalt: als öffentlich wirksame, politische Intervention und als stille, alltägliche Collagepraxis, die aus der Fülle von Verpackungen und Papierrestbeständen schöpft.
Im Zentrum steht die von Staeck selbst so bezeichnete „Höhle“: sein Heidelberger Atelier in der Ingrimstraße – eine dichte Papierlandschaft, gefüllt von gesammelten Postkarten, Ansichtskarten, Werbeprospekten und anderen Druckmaterialien, in der politischer Aktivismus und private Bildfindung ineinandergreifen. Die Ausstellung lädt ein, seine Arbeits- und Materialwelt zu betreten und Klaus Staeck nicht nur als politischen Plakatkünstler, sondern als künstlerischen Chronisten des Alltags kennenzulernen.

Künstlerinnen und Künstler im Dialog

In der Ausstellung werden zudem Collagen des mehrfach international ausgezeichneten Heidelberger Grafikdesigners Götz Gramlich und des Grafikers Maxwell Hathway gezeigt, die auf die enge Zusammenarbeit dreier Heidelberger Grafiker aus unterschiedlichen Generationen verweisen. Klaus Staeck und Götz Gramlich verbindet ihre Beschäftigung mit der Form des politischen Plakats. In den vergangenen Jahren haben sie gemeinsame Aktionen und Ausstellungen realisiert. Auch die klassische Collagetechnik bildet eine weitere gestalterische Verbindung der beiden. Zwischen 2020 und 2022 experimentierten Staeck und Gramlich und Hathaway intensiv mit Collagetechniken. 

3D-Scan der ,,Höhle“

In der Ausstellung wird ein digitaler 3D-Scan zu sehen sein, der es erlaubt, Staecks Atelier in der Ingrimstraße virtuell zu betreten und diese besondere Arbeitsumgebung aus nächster Nähe zu erleben.
Im Auftrag des Kulturamts der Stadt Heidelberg hat das Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) Karlsruhe über mehrere Monate hinweg ein dreidimensionales digitales Abbild der „Höhle“ geschaffen, um sie im gegenwärtigen Zustand für die Nachwelt als virtuellen Raum zu erhalten. Für die Umsetzung des virtuellen Abbildes wurde ein aufwendiges Hybridverfahren genutzt, bei dem fotogrammetrische Aufnahmen des Raums mit einem 3D-Scan kombiniert wurden. Die Fotogrammmetrie erlaubt die exakte Vermessung von Bildaufnahmen, wodurch diese in der späteren Verarbeitung zum 3D-Modell passgenau zusammengefügt werden können. So wurde es möglich, die „Höhle“ realitätsnah und zugleich erlebbar darzustellen. 
Nähere Informationen zum 3D-Scan findet Sie auf der Website des ZKM.

Vernissage

Ort: Friedrich-Ebert-Haus, Pfaffengasse 18, 69117 Heidelberg
Begrüßung: Prof. Dr. Bernd Braun, Geschäftsführer der Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte
Grußwort der Stadt: Dr. Andrea Edel, Leiterin des Kulturamts Heidelberg 
Einführung: Prof. Dr. Henry Keazor, Institut für Europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg 
Musik: Duo Alexandra Nezold, Cellistin und Oliver Taupp, Pianist

Zum Tod von Manfred Butzmann

Mit Matthias Platzeck, Ministerpräsident von Brandenburg, zur Ausstellungseröffnung „fotogen & plakativ“ am 16. März 2011 im Historischen Waisenhaus, Potsdam. Foto Manfred Mayer

Seit ich zum Beginn des Jahres die Nachricht erhielt, dass Manfred Butzmann gestorben ist, muss ich an die vielen Begegnungen mit diesem mir sehr vertrauten, in seinen Intentionen sehr nahen Künstler denken. Er hat für eine meiner Ausstellungen in Berlin – acht Jahre  vor dem Mauerfall! – das Plakat entworfen. Die Collage mit einem Kopf als leerer Heringsdose und dem Titel „Die Gedanken sind frei“ versah er hintersinnig deutlich mit der Zeitdauer der Ausstellung in der Galerie des staatlichen Kunsthandels der DDR. Das fiel dessen Generaldirektor noch rechtzeitig auf und die 350 gedruckten Plakate mit dem Hinweis auf die zeitlich befristete Gedankenfreiheit waren an keiner Ost-Berliner Lifass-Säule zu sehen. 

Wahrscheinlich hat uns Klaus Werner zusammengebracht, der unermüdliche, engagierte Kunsthistoriker und Leiter der Galerie „Arkade“ am Strausberger Platz, wo ich 1976 meine erste Einzelausstellung in der DDR zeigen konnte. Butzmann folgte mir dort vier Jahre später, kurz danach endete Werners Amtszeit durch fristlose Entlassung – im gleichen Jahr, als auch Butzmanns Plakat der Öffentlichkeit entzogen wurde. 

Manfred Butzmann gehörte im Osten Deutschlands zu den mutigsten und wichtigsten Vertretern einer künstlerischen Gegenöffentlichkeit. Allgegenwärtiger Propaganda zur Lobpreisung des sozialistischen Alltags begegnete er mit künstlerisch-kritischem Affront. Mit „Heimatkunde“ überschreibt er seine Erkundungen zur Zerstörung von Stadträumen. Die Vermüllung von Fußwegen dokumentiert er mit seinen Fotoplakaten „BÜRGER, schützt Eure STEIGE!“.  

„Ein Platz für Bäume“ zeigt noch die vielen abgeholzten Spuren einstigen Stadtgrüns. Eine Spielzeug-Maschinenpistole steckt in einem Mülleimer.  Es genügt der Schriftzug „Zum Beispiel“ um eine pazifistische Botschaft auszusenden, die der Aufforderung zur steten „Wehrbereitschaft“ Hohn spricht. 

Es ist diese Art subtiler Welt- und Umweltbetrachtung, die gerade noch dem Verbot, öffentlich gezeigt zu werden, entgeht.

Im Potsdamer historischen Waisenhaus, dem Sitz der gemeinsamen Landesplanung Berlin-Brandenburg, stellten wir 2011 gemeinsam unsere Fotos und Plakate und Manfred Butzmann seine „Abreibungen“ (Kopien historischer Spuren auf Holz und Mauerwerk) vor. Matthias Platzek ließ es sich als damaliger Ministerpräsident Brandenburgs nicht nehmen, die Ausstellung „fotogen & plakativ“ als „Beispiel einer dreißigjährigen Künstlerfreundschaft“ zu eröffnen. 

Platzeck  erinnerte daran, dass wir beide mit unseren zeitkritischen Werken für die Politik unbequem waren und geblieben sind: „Für den Einen – Manfred Butzmann – führte diese Kompromisslosigkeit mehrfach zu Druckverboten seiner Werke in DDR. Der Andere – Klaus Staeck – bekam im Westen zuweilen mehr Druck, als ihm selbst lieb sein konnte. Abgeordnete entfernten seine Plakate von den Wänden und mussten doch einsehen: Dem kollektiven Gedächtnis waren viele seiner aufrüttelnden Collagen nicht zu entreißen… Das gilt bis heute!“ 

Beide Künstler haben es nach Überzeugung Platzecks hervorragend verstanden, „zeitkritisch zu sein und zugleich die großen zeitlosen Ziele der Menschheit einzufordern: Meinungsfreiheit, Gerechtigkeit, Respekt für Menschen aller Herkunft und für ´Heimat´ in allen Facetten, Respekt auch für den Planeten, auf dem wir alle nur zu Gast sind. Beide haben sich immer dagegen verwahrt, von der Politik oder einzelnen Parteien vereinnahmt zu werden, ob in der Demokratie oder in der Diktatur. Aber politischer und im besten Sinne ´basisdemokratischer´ hätte ihre Kunst kaum sein können“, so damals Matthias Platzeck in seiner Eröffnungsrede.

Es ist ein großes Glück, dass es Michael Krejsa, dem Leiter des Archivs Bildende Kunst in der Akademie der Künste, gelungen ist, Manfred Butzmann dafür zu gewinnen, sein reiches Konvolut der über Jahrzehnte geführten Skizzenbücher dem Archiv zu übergeben, wo bereits der schriftliche Nachlass von Klaus Werner aufbewahrt wird. 

Auch mein Vorlass ist zu einem großen Teil bereits im Archiv der Berliner Akademie deponiert. So trifft man sich wieder. 

Klaus Staeck, 9. Januar 2026

ENTWERTER/ODER und das sogenannte „Zeitschriftenunwesen“

Ausstellung wurde am 7. November im Willy-Brandt-Haus eröffnet und ist bis April 2026 zu sehen

Im März 1982 erschien in Ostberlin mit ENTWERTER/ODER die erste illegal herausgegebene original-grafische Künstlerzeitschrift. Gründer und Initiatoren waren Uwe Warnke und Siegmar Körner. Das Projekt kombinierte Schreibmaschine, Grafik und Fotografie zu handgebundenen Unikaten, die im privaten Umfeld weitergereicht wurden.

Herausgeber Uwe Warnke, Klaus Staeck, SPD-Schatzmeister Dietmar Nietan und die langjährige Ausstellungskuratorin und künstlerische Leiterin des Freundeskreises Willy-Brandt-Haus, Gisela Kayser bei der Ausstellungseröffnung am 7. November. Foto Manfred Mayer

Als mutiger Akt gegen staatliche Kontrolle und Stimme der subkulturellen Gegenöffentlichkeit war ENTWERTER/ODER ein Pionier innerhalb des ständig von der Stasi observierten „Zeitschriftenunwesens“ und zugleich ein zentrales Forum für künstlerische Selbstbehauptung. Mit dabei waren unter anderem Harald Hauswald, Claus Bach, Kurt Buchwald, Ruth Wolf-Rehfeldt, Peter Wawerzinek und Strawalde. 

ENTWERTER/ODER regte auch in anderen Städten in der späten DDR Herausgeber, Autoren und Künstler zu ähnlichen Projekten an. 

Bis heute sind 102 reguläre Ausgaben und 28 Sonderhefte erschienen. Über 500 nationale und internationale Künstlerinnen und Künstler waren in dieser Zeit beteiligt. „Alles geschah ohne jegliches kommerzielles Interesse. Wir waren jung und auf Ärger vorbereitet. Wir hatten nichts zu verlieren. Wir taten etwas, ohne zu fragen. Genau das war das Politikum.“ (Uwe Warnke, Herausgeber ENTWERTER/ODER)

„KUNST FUER ALLE“ – ein Beitrag von Klaus Staeck für ENTWERTER/ODER. In der untersten Reihe Auszüge aus Stasi-Protokollen zur Observation der Beteiligten am Projekt.

Draiflessen Collection übernimmt Sammlung von Künstlerbüchern

Die Ibbenbürener Volkszeitung (IVZ) berichtet in ihrer Ausgabe vom 12. Oktober, dass die 2009 auf Initiative der Unternehmerfamilie Brenninkmeijer gegründete Draiflessen Collection eine bedeutende Sammlung von Buchkunstwerken erhalten hat. Sie stammt aus den Beständen der Kunstsammler Ingrid und Manfred Rotert, die zuvor bereits dem LWL Museum für Kunst und Kultur in Münster einen umfangreichen Bestand ihrer Beuys-Multiples übergeben hatten. „Mit dem Kontakt unter anderem zu Klaus Staeck, Walther König und einem wachsenden Netzwerk aus der Kunstszene fanden nach und nach, die meisten nach 2000, auch Künstlerbücher Eingang in die Sammlung – ein Genre, das beide bis heute fasziniert, besonders Ingrid Rotert, die sich stets für Grafik, Design und Typografie begeistert hat“, teilt das Museum in Mettingen/Westfalen mit.

Mit dem Konvolut werde die Sammlung der Draiflessen Collection um einen eigenständigen, künstlerisch wie bibliophil bedeutenden Bereich der Gegenwartskunst bereichert. „Das Sammlerehepaar Ingrid und Manfred Rotert aus Osnabrück hat der Institution 60 hochkarätige Künstlerbücher, Vorzugsausgaben und Mappenwerke der klassischen Gegenwartskunst als Schenkung übergeben. Die Sammlung umfasst herausragende Werke von Künstlern wie Silvia Bächli, Georg Baselitz, Joseph Beuys, Eduardo Chillida, Hanne Darboven, Markus Lüpertz, Gerhard Richter, Thomas Schütte oder Günther Uecker. „

Out of the box – 75 Jahre Archiv der Akademie der Künste

Installation mit Archivkisten aus dem Vorlass von Klaus Staeck für das Archiv. Foto: Manfred Mayer

Werner Heegewaldt, Direktor des Archivs der Akademie der Künste, in „Akademie–Brief #2“:

Die Archivtools von Klaus Staeck

„Nichts ist erledigt.“ Das Credo des Plakatkünstlers Klaus Staeck prangt auf einem roten Koffer, der zu einem der jüngsten Neuzugänge des Archivs der Akademie der Künste gehört. Der Inhalt dokumentiert eine Ausstellung zu Fragen der Ökologie, wie Klimaerwärmung, Lufverschmutzung oder Atommüll. Die Schau tourt in den 2010er Jahren durch die Goethe-Institute weltweit. „Staeck-Plakate“ gelten als Markenzeichen für eine politische Kunst, die sich an ein breites Publikum richtet, gesellschaftliche Miss-Stände satirisch entlarvt und so zum Nachdenken über Kunst, Politik und Gesellschaft anregt. Die Toolbox als Ordnungssystem lässt erahnen, wie der Künstler sein überbordendes Material aufbewahrt und für sich erschließt. Staeck geht dafür einen unkonventionellen Weg und hat um die 500 rote Werkzeugkoffer zweckentfremdet. Seine eigenhändigen Aufschriften verdeutlichen die eitgespannten, interdisziplinären Interessen des Grafikers, politischen Aktivisten und Verlegers. Mitunter wirken die lakonischen Beschriftungen kryptisch oder auch geheimnisvoll: „anachronistischer Zugang, 1980″, „Bringt die Birne aus der Fassung“, „Lidl-Aktion l“, „Manuskript Störfall Kunst“ oder „Arno Breker IV“.

Bestens vernetzt mit der deutschen Kunstszene, arbeitet Klaus Staeck mit zahlreichen Kunstschaffenden aus unterschiedlichen Genres zusammen, wie Joseph Beuys, Heinrich Böll, Hanne Darboven, Jochen Gerz, A. R. Penck, Nam June Paik und Katharina Sieverding.

Seit 1968 verfolgt er das künstlerische Geschehen in Deutschland intensiv und legt dazu Sammlungen an. Sein umfangreiches Archiv wird so zu einem Spiegel deutscher Kunstgeschichte.

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Für Künstler wie für Sammler von Kunst und Zeitzeugnissen ist es ein großes Glück, dass es solche Archive wie das der Akademie der Künste gibt, und eine Sozietät von 400 Kunstschaffenden, die sich ein Archiv leistet, in Zeiten, da das Geld auch für Kulturausgaben immer knapper wird, verdient allen Respekt.

Und, um von meinem Beitrag für das Archiv zu sprechen, ist es eine gutes Gefühl, meinen Vorlass jetzt in der Nachbarschaft von George Grosz und Heartfield zu wissen – um nur zwei Namen aus der Vielzahl der Künstler zu nennen, die hier versammelt sind.

Fast ein Jahrzehnt durfte ich als gewählter Präsident in dieser Akademie dazu beitragen, dass die von Walter Jens und Heiner Müller gewagte Vereinigung der Ost- und West- Akademie mit einigem Erfolg weitergeführt werden konnte. 

Ich erinnere an die große Leistung von György Konrád, als Präsident einer meiner Vorgänger, der dieser Akademie auch internationale Anerkennung gebracht hat. Konráds Nachlass wird ebenfalls hier in Berlin aufbewahrt und allen Interessenten zugänglich gemacht.

Und ich hoffe, dass auch alle nachfolgenden Präsidenten diesen großen Schatz künstlerischer Hinterlassenschaften würdigen, das Archiv der Akademie fördern und seine Bestände mehren helfen.

(07. Oktober 2025, zur Ausstellung „75 Jahre Archiv der Akademie der Künste“)

Ausstellung in der Akademie der Künste, Pariser Platz 4, 10117 Berlin

8. Oktober 2025 bis 18. Januar 2026, Di-Fr 14-19 Uhr, Sa So 11-19 Uhr

Mehr zur Ausstellung auf den Internetseiten der Akademie.

Archiv-Box aus dem Vorlass von Klaus Staeck. Foto: Roman März

Aus dem Artikel zur Ausstellung in der BZ – Berlin von Martina Hafner, erschienen am 8.10.2025

(…) Die Schau eröffnet mit einem kugelförmig angeordneten „Staeck-System“. Kleine rote Werkzeugkisten aus dem Baumarkt, in denen der legendäre Ex-Präsident der Akademie der Künste Klaus Staeck (87) viele Erinnerungen, Zettel und Fotos verwahrte. Er reiste zur Ausstellungseröffnung aus Heidelberg nach Berlin an, gab zu: „Das Sammeln ist etwas Pathologisches.“

Klaus Staeck in der Ausstellung, fotografiert von Charles Yunck für die BZ. Foto Manfred Mayer

Weitere Beiträge und Interviews findet man im SWR, RBB, nachtktitik.de, FAZ u.a.

„Litfass Goes Urban Art“ mit Staeck-Plakaten

Litfaß-Säule am Berliner Kollwitzplatz. Fotos: Michael Wismar


Zum Tag des Offenen Denkmals am 14. September 2025 wurde von Michael Wismar, Initiator des Projektes LITFASS GOES URBAN ART, eine historische Litfaßsäule am Berliner Kollwitzplatz mit Staeck-Plakaten beklebt. Zufallsgast war Wolfgang Thierse.
In Berlin gibt es ca. 2500 Litfaßsäulen, die für kommerzielle Plakatwerbung genutzt werden. Davon stehen 24 Litfaßsäulen unter Denkmalschutz.

Seit April 2019 setzt sich das Projekt Litfass Goes Urban Art dafür ein, dass alle 24 denkmalgeschützten Litfaßsäulen nicht mehr für kommerzielle Werbung verpachtet, sondern an ein Bündnis aus Berliner Kulturschaffenden und lokalen Kulturinstitutionen übergeben werden. Der in Berlin lebende Künstler und Initiator des Projektes, Michael Wismar, kuratiert seit 2019 auf denkmalgeschützten Litfaßsäulen mit unterschiedlichen Künstlern und Künstlerinnen. Seit 2022 nimmt er jährlich an der Veranstaltung Tag des Offenen Denkmals teil und versucht so auf eine alternative Nutzung der Säulendenkmäler durch eine künstlerische Intervention aufmerksam zu machen. 2021 bekam er vom Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg eine Litfaßsäule geschenkt, welche er 2022 mit der Unterstützung von der Künstlerin Marina Naprushkina auf dem Bahnhofsvorplatz Gesundbrunnen aufstellte. Seitdem wird die Säule jeden Monat künstlerisch bespielt. (Textquelle: Wikipedia)

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Weitere Informationen

„Schulgeschichten“ bei ARTE mit Erinnerungen von Klaus Staeck

ARTE Programmvorschau, Schulgeschichten Teil 1

Wiederholung der Sendung vom August 2022 am 21.08.2025, 20.15 Uhr, ARTE

Link zur ARTE-Mediathek (abrufbar bis 18.11.2025)
„Schulgeschichten“ bei ARTE mit Erinnerungen von Klaus Staeck weiterlesen

„Sendung aus dem Gegen-Raum“

Plakate und Postkarten von Klaus und Rolf Staeck neben Arbeiten zahlreicher anderer Künstler im Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst

Gezeigt werden Mail Art, Plakate und Faltrollos alternativer DDR-Kunstszenen bis zum 24. August 2025 im Dieselkraftwerk Cottbus. Darunter auch Arbeiten von Rolf Staeck und zwei Plakate zu Ausstellungen von Klaus Staeck. Mehr zur Ausstellung über diesen Link.


Rolf Staeck: Bitte freilassen, 1981; Losung 83: Vorwärts, 1982; Losung 78: Die Sorge um den Menschen, 1977; Losung 84: Alles im Griff, 1983; Offsetdruck,
Leihgabe Lutz Wohlrab

Plakat von Manfred Butzmann: „Die Gedanken sind frei – Klaus Staeck Plakate aus der BRD“; Kulturbund der DDR, Galerie Comenius, Dresden 1981. Offsetdruck: Druckerei Graetz, VG Bild-Kunst 2025, Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst. Schenkung Armin Müller

Plakat von Joachim Jansong und Klaus Staeck zur Ausstellung im Cotta-Club Freiberg (1990/1991), Siebdruck, Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst.
Schenkung Joachim Jansong

Ausstellung in Trier: „Was der Allgemeinheit nützt“

Ausstellung im Palais Walderdorff, Trier, Domfreihof 1B, vom 20. Juni bis 2. August 2025

„Der Künstler und Verleger Klaus Staeck wurde mit seinen provozierenden, gesellschaftskritischen Kunstwerken international bekannt. Seit den 1960er Jahren tritt er dafür ein ‚was der Allgemeinheit nutzt‘ (Marc Aurel). Ausgestellt werden Plakate (1972-2020), Collagen, die Edition ‚Flagge zeigen‘, dokumentarisches Video etc.“ (Aus der Programmankündigung)

Zur Eröffnung sprachen u.a. der Trierer Kulturdezernent Markus Nöhl und Jean-Luc Caspers, 1. Vorsitzender der Gesellschaft für Bildende Kunst Trier, e.V.
Klaus Staeck mit Mitgliedern des Trierer Kunstvereins und dem Kulturdezernenten der Stadt, Markus Nöhl, vor einer Plakatwand. Gabi Lohberg (4.v.l.) ist Kuratorin der Ausstellung.

Gesellschaft für Bildende Kunst e.V., Palais Walderdorff, Trier, Domfreihof 1B

Freitag, 20. Juni 2025, 19.30 Uhr: „Klaus Staeck – was der Allgemeinheit nützt“, Eröffnung in der Galerie Palais Walderdorff und im Atrium der Stadtbibliothek 

„Trierischer Volksfreund“, Eva-Maria Reuthers schrieb über die Ausstellung: „Die Kunst der Provokation – Klaus Staeck stellt in Trier aus“. Veröffentlichung des Artikels vom 25. Juni 2025 mit freundlicher Genehmigung der Redaktion und der Autorin.

Klaus Staeck in der Ausstellung. Foto Eva-Maria Reuthers

„Die Satire lebt mit dem Zweifel“

Klaus Staeck in der Reihe „Zeitzeugen im Gespräch“ des Deutschlandfunks

Foto Marcell Christmann

Die Kunst- und Meinungsfreiheit zu verteidigen, war immer das Anliegen des Künstlers Klaus Staeck. Mit satirischen Plakaten wettert er gegen Politik und Wirtschaft. Das hat ihm nicht nur viele Schlagzeilen, sondern auch einige Prozesse eingebracht. Das Gespräch führte Stefan Koldehoff. Sendung am 25. Januar 2025. Wiederholung am 30. Januar 2025 um 19.15 Uhr.

Kommentar:

1989 bin ich Klaus Staeck in der Nikolai-Kirche Pulsnitz begegnet. Er war in den Zeiten des deutschen Umbruchs zusammen mit zwei CDU-Abgeordneten in Pulsnitz. Damals wusste ich als einer der Pfarrer in Pulsnitz nichts von seiner Geburt in eben dieser Kleinstadt. Heute habe ich sein Interview im DLF verfolgt und habe die Tragweite seines künstlerisch-sozialen Wirkens auf unsere Gesellschaft versucht, zu verstehen. Manchmal braucht es eben seine Zeit. (Matthias Peters, 25.01.2025)