Gas geben?

Kolumne 5. Dezember 2015

Mein erstes Umweltplakat entstand 1971. Anlass war ein SPIEGEL-Bericht über Industriekonzerne, die Umweltauflagen nur „sehr unwillig befolgen“. Inzwischen gibt es mehr als 50, die in Ausstellungen weltweit gezeigt wurden.

Seitdem gab es zahlreiche globale Konferenzen mit Tausenden Teilnehmern, wahlweise mit dem Ziel, den Planeten zu retten, das Weltklima zu schützen, das 2-Grad-Limit zu halten, usw. Ein SPD-Kanzlerkandidat war einmal sogar so tollkühn – natürlich erfolglos – den ‚Frieden mit der Natur‘ als Wahlziel auszurufen.

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Es gibt viel zu verlieren

Kolumne 19. November 2015

„Es wächst der Eindruck, dass wir nicht mehr alle Menschen im Land erreichen können“, schreibt die Nachrichtenredaktion des Deutschlandfunks ihren Hörern und Internet-Lesern in einem Editorial. Vom Vorwurf  der „Gleichschaltung“ (Pegida kehrt den Nazibegriff einfach um)  bis zum rhetorischen Fallbeil der „Lügenpresse“ bekommen die Redakteure nunmehr täglich die ganze Skala der Diffamierung per E-Mail und in den angeblich sozialen Medien um die Ohren gehauen. So als wären Pegida und AFD nicht die obskuren Randerscheinungen unserer Demokratie, sondern eine Art tägliches politisches Folkloreprogramm. 

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Kopf hoch

Kolumne Oktober 2015

Sicher bin ich nicht der einzige, der sich noch an eine Zeit erinnert, als hierzulande an Wahlsonntagen nach dem Gottesdienst von der Kanzel darauf insistiert wurde, gefälligst das Kreuz bei den C-Parteien zu machen. Diese Art fürsorglicher Bevormundung gehört inzwischen selbst in den katholischsten Flecken der Republik weitgehend der Vergangenheit an. Schließlich bringt es die Merkel-Union bisher auch ohne den kirchlichen Segen zu Mehrheiten.

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Reinemachen im Netz

Kolumne 22. Oktober 2015

Wer noch nicht genug hat von einer Sturmflut aus Unflat und Hasstiraden gegen Flüchtlinge im Internet, der kann seit dem Juli dieses Jahres auch alles gebündelt bekommen. Der Blog nennt sich „Perlen aus Freital“ und die ihn betreiben, tun gut daran, anonym zu bleiben, wenn sie ihr Leben, zumindest ihre Gesundheit, nicht aufs Spiel setzen wollen.

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Für fairen Handel

Kolumne Oktober 2015

Je näher die für Samstag in Berlin angekündigte Großdemonstration gegen TTIP und CETA rückt, desto aufgeregter reagieren die Medien. Während die Befürworter der Freihandelsverträge von BDI bis Automobilverband sich lange eher bedeckt hielten, wollen sie nun offenbar retten, was nur schwer zu retten ist.

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Der Kampf um die Begriffe

Kolumne September 2015

Als ich 1956 die DDR illegal verließ, war ich künftig ein SBZ-Flüchtling, Republikflüchtling für die alte Heimat. Für die DDR war die Bundesrepublik nur noch die BRD und der Westteil Berlins die „Selbständige politische Einheit Westberlin“. Die DDR war sehr kreativ, wenn es um Neuschöpfungen von Begriffen ging. Die mit Selbstschussanlagen bewehrte Grenze war eine „Friedensgrenze“, die Mauer der „Antifaschistische Schutzwall“.

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Festung Europa

Kolumne 27. August 2015

Im Winter 1945 erfror meine Großmutter auf der Flucht aus Hinterpommern in einem Wald. Nach Kriegsende wurde meine Heimatstadt Bitterfeld von einer sanften Flüchtlingswelle überrascht. Es kamen vor allem katholische Sudetendeutsche – Anlass für Misstrauen in einer protestantischen Gegend. Die einquartierten Neubürger wurden nicht sehr freundlich begrüßt.

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Merkel 2021

Kolumne August 2015

Die nächste Bundestagswahl findet sicherer Voraussicht nach 2017 statt. Wir befinden uns also erst in der Mitte einer Legislaturperiode. Als vereidigter Sommerlochsachverständiger habe ich jedoch inzwischen den Eindruck, Neuwahlen stünden unmittelbar bevor. Erwartet wird, dass die amtierende Kanzlerin endlich öffentlich verbindlich erklärt, dass sie 2021 noch einmal antritt.

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Kampfmaschine Amazon

Kolumne 30. Juli 2015

Vor einigen Tagen beging Amazon  seinen 20. Geburtstag. Die deutschen Angestellten feierten auf ihre Weise mit. Sie trugen an diesem Tag T-Shirts mit dem Aufdruck „Pro Amazon – Mit Tarifvertrag“. Der Firmengründer und Chef Jeff Bezos, vom US-Wirtschaftsmagazin Fortune wegen seines Vermögens von 30 Mrd. Dollar als einer der reichsten Erdenbürger geschätzt, findet den fernen Mitarbeiterprotest verwunderlich, weil er sich für einen „fairen und verantwortungsvollen Arbeitgeber“ hält.

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