Himmlisch

Kolumne August 2016

Doch. Es gibt sie noch, die guten Nachrichten. Auch wenn es nur um die Meldung von der Wiederherstellung eines Zustandes vor einer selbst verschuldeten Zerstörung geht. Die Rede ist vom Ozonloch, das in den 80er und 90er Jahren für große allgemeine Aufregung sorgte und sich nun nach Beobachtungen von Wissenschaftlern über dem Südpol wieder schließt. 

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Ich habe hohe Ansprüche an die Satire

Klaus Staeck gab im Februar 2015 dem Hamburger Magazin GALORE  ein Interview über „Kunst, Plakate, Politik und über den richtigen Umgang mit Satire“. Anlass war die Eröffnung der Ausstellung „KUNST FÜR ALLE Multiples, Grafiken, Aktionen aus der Sammlung Staeck“ in der Akademie der Künste am Hanseatenweg.
Link zum Download des veröffentlichten Interviews (kostenpflichtig über Abo)
Interview als pdf-Dokument (ohne Fotos)

Jubeltürken

Kolumne Juli 2016

Keine meiner mehr als 200 Kolumnen habe ich so oft umgeschrieben wie diese. In 10 Tagen sechs Mal, die Überschrift mehrfach geändert. 

Dabei ist unser Verhältnis zur Türkei nicht erst seit dem Militärputsch gestört. In Erdogans Reich herrschen schon länger nur noch bedingt demokratische Verhältnisse. Die Anti-Terror-Gesetze stellen fast jeden Kritiker unter Terror-Verdacht. Presse- und Meinungsfreiheit waren schon vorher de facto abgeschafft, die Immunität von Abgeordneten der Opposition außer Kraft gesetzt. Am Bosporus für Freiheit und Demokratie zu streiten, ist lebensgefährlich. 

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Allgemeine Raserei

Kolumne Juli 2016

„Mit Tempo 132 durch die 30er-Zone“ (Der Tagesspiegel), „Formel 1 im Leihwagen“ (Welt am Sonntag), „Die Totschlag-Raser“ (Der Tagesspiegel) „Ein Toter und mehrere Rasereien“ (Der Tagesspiegel), „Illegales Autorennen: Polizei beschlagnahmt 135 Fahrzeuge“ (Berliner Morgenpost), „Raser gestoppt“ (B.Z.), „Illegales Rennen: Fahrer wird aus Auto geschleudert“ (Der Tagesspiegel).

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Was mich stört

Kolumne Juni 2016

Wer für die Beschäftigung mit Politik oder gar für Respekt gegenüber Politikern wirbt, hat meist schlechte Karten. Diese Erfahrung kann jeder machen, der sich von den Zuschauerrängen in die Arena wagt. Seit meiner Omas Zeiten hat sich an diesem Zustand wenig geändert, für viele bleibt die Politik ein „schmutziges Geschäft“ aus dem man sich besser heraushält.

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Insel-Ideen

Kolumne Juni 2016

Mit seinen dreißig Jahren gilt der österreichische Außenminister Sebastian Kurz als ein Paradebeispiel der ständigen Forderung: Jugend in die Politik. Vor allem durch die europäische Flüchtlingspolitik ist er zu einer Schlüsselfigur im Abwehrkampf gegen Eindringlinge aus fernen Ländern geworden. Stets gibt es etwas zu verkünden, das es bis in die TV-Nachrichtensendungen schafft. Als ÖVP Mitglied selbst Repräsentant einer von den Medien als Altpartei verspotteten politischen Gruppierung, lässt er alle älteren Politiker regelmäßig noch älter erscheinen.

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Konzerne entlasten?

Kolumne Juni 2016

Es gibt Botschaften, die man oft mehrmals liest, weil man glaubt, man hätte etwas überlesen oder missverstanden. So ging es mir vor wenigen Tagen mit einer Meldung in dieser Zeitung. Überschrieben war sie mit „Schäuble schützt die Unternehmen“ und „Steuergeheimnis bewahren“.

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Alle reden von Steuern

Kolumne Mai 2016

Zu meinen Plakatmotiven, die partout nicht altern wollen, gehört:  „Alle reden von Steuern. Wir zahlen keine. Bund der Steuerhinterzieher und Steuerflüchtlinge e.V.“ aus dem Jahr 2003. Abgebildet ist die Kehrseite eines Anonymus mit einem Rollkoffer, beklebt mit den Autokennzeichen CH, FL, GB, B und L. 

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Auf der Flucht

Kolumne 14. April 2016

Seit Bekanntwerden der Panama-Papers wurden auf der nach oben offenen Empörungsskala bisher nicht beobachtete Werte gemessen. Nachdem nun die mediale Erregung wieder etwas abebbt, ist es Zeit für eine nüchterne Zwischenbilanz über die Folgen des Skandals für unmittelbar Beteiligte und Allgemeinheit. Der isländische Regierungschef musste dem Volkszorn weichen, der britische Premierminister ist ebenso angezählt wie der argentinische Präsident, Putin im Zwielicht. Auch einige Banker stehen unter Generalverdacht. Fortsetzung folgt.

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Wer zu spät kommt

Kolumne April 2016

Von Kurt Tucholsky stammt die Behauptung: Die Satire darf alles. Und bei jemandem wie mir, der sich seit fünf Jahrzehnten gerichtsbewährt aktiv den Möglichkeiten der Satire widmet, kommt in diesen Tagen zunächst Freude auf – wenn auch bittere. Denn diese Kunstform hat erneut nicht nur bewiesen, was sie darf, sondern vor allem, was sie kann. Nach unseren Maßstäben im Umgang mit Satire verschiedenster Spielarten war die gewaltige Aufregung um den Fernsehbeitrag über den türkischen Autokraten Recep Tayyip Erdoğan und seine wütende Reaktion darauf überraschend.

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