Keine Rücksicht, volle Pulle

Kolumne März 2015

Letztens machte mich jemand mit den Usancen einer Branche bekannt, die ich nur als Konsument kenne. Als Mitarbeiter der Marketing- und Rennsportabteilung eines Autokonzerns weihte er mich in die Praktiken der Absatzförderung ein. So würde eine neue Karosse nicht etwa in Werksnähe vorgestellt, sei die Gegend auch noch so ferienparadiesverdächtig. Gefragt sei ein attraktiver Ort im möglichst fernen Ausland.

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Reich – reicher – am reichsten

Kolumne März 2015

Aus der Flut der Informationen haben sich dieser Tage zwei Meldungen herausgehoben, die gegensätzlicher kaum sein konnten. Über das Internet verbreitete Change.org die Tatsache, dass „der Flughafen Hamburg im vergangenen Jahr 97 Strafanzeigen gegen Flaschensammler gestellt hat, die gegen das dort geltende Sammelverbot verstoßen haben“.

Fast zur gleichen Zeit meldeten Deutschlands Zeitungen, dass unsere Reichen noch viel reicher sind, als bisher angenommen. Als Beleg dient eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

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Das mediale Kandidaten-Roulette

Kolumne Februar 2015

Der 15. Februar 2015 zählt für die SPD zu den glücklicheren Tagen im irdischen Jammertal. Endlich ein Ausbruch aus dem 25-Prozent-Ghetto der leidigen Umfragen. Zwar nur in einem Stadtstaat, doch jeder Wahlsieg ist Balsam für die geschundene sozialdemokratische Seele. Und wie das so ist mit den freudigen Ereignissen, es wollen auch Leute teilnehmen, die nicht auf der Einladungsliste stehen.

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Kunst und Geld

Kolumne Februar 2015

Hört und liest man von den schwindelerregenden Ergebnissen internationaler Auktionshäuser, könnte man stets aufs Neue den Eindruck gewinnen, dass die Kunst endgültig nur noch nach den Gesetzmäßigkeiten der Märkte betrachtet wird. Spätestens im jüngst ausufernd ausgetragenen Streit um die Veräußerung der beiden Andy Warhol-Bilder durch den Aachener Casinobetreiber WestSpiel wurde das Phänomen exorbitanter Wertsteigerung zeitgenössischer Kunst noch einmal in feuilletonistischer Breite hin und her bewegt.

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Nicht einknicken!

Kolumne 29. Januar 2015

Die Demokratie hat derzeit viele Herausforderungen zu bestehen. Eine davon ist die Entscheidung, ob wir nach den Pariser Morden verbriefte Rechte zum Schutz der ohnehin schon löchrigen Privatsphäre einem vermehrten Sicherheitsbedürfnis zum Opfer fallen lassen. Die zahlreichen öffentlichen Bekundungen lassen immerhin darauf schließen, dass das von der Verfassung unter besonderen Schutz gestellte Recht auf freie Meinungsäußerung von kaum jemand ernsthaft in Frage gestellt wird. Jedenfalls gab es wohl noch nie so viele öffentlich bekennende Verteidiger der Satire. Streit gibt es allenfalls über die Grenzen von noch erlaubt oder schon herabwürdigender Schmähkritik.

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Das Abendland retten?

Kolumne 17. Dezember 2014

Nein, das wird kein Text gegen Neonazis in Nadelstreifen, gegen demonstrierende Springerstiefelträger, gegen Verirrte, die sich nur noch in Schweigemärschen zu Wort melden können. Fünfzehntausend Dresdner auf den Straßen von „Elbflorenz“ muss maneinfach zur Kenntnis nehmen als ein politisches Ereignis, das Widerspruch herausfordert,will man sich nicht ignorant zurücklehnen und zu den immer politisch Korrekten zählen. 

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Steuer-Hopping

Kolumne November 2014

Als es wieder einmal um die kriminelle Energie multinationaler Konzerne bei der Steuervermeidung ging war die mediale Erregung kurz und heftig. Erregung worüber eigentlich? Höchstens die Höhe der Gaunereien bot  Überraschungen. Denn dass die Niederlande, Luxemburg, Großbritannien, Malta und Irland seit Jahrzehnten Wettbewerber im Kampf um die Armee der „legalen“ Steuerflüchtlinge sind, ist längst bekannt.

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Arme Bahn – Arme Reisende

Kolumne 6. November 2014

In der Verteidigung der Bahn als Gemeinschaftserlebnis und umweltfreundliche Beförderungsart, habe ich mich bisher von niemandem übertreffen lassen.

Doch jetzt wird sie gleich von mehreren Seiten in zerstörerischer Absicht in die Zange genommen. Die gegenwärtige Arbeitsverweigerung der Lokomotivführer samt Teilen des Zugpersonals bildet nur eine sichtbare Kampflinie, die durch das unglückliche Agieren ihres GDL-Vorsitzenden für besondere Empörungswellen sorgt.

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Neue politische Verirrungen

Kolumne 5. November 2014

HOOLIGAN: Das klingt zunächst harmlos, fast heiter, gar weltläufig. Fragt man bei Wikipedia nach der Bedeutung des Begriffs, ist schnell Schluss mit lustig. „Mit Hooligan wird im deutschen Sprachgebrauch eine Person bezeichnet, die vor allem im Rahmen bestimmter Großereignisse wie beispielsweise Fußballspielen durch aggressives Verhalten auffällt“. Zu deutsch: Hooligans sind Leute, die sich gern kloppen und sich gern mit anderen zur Klopperei verabreden. 

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